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Daten des IAB belegen, dass der lebenslange Arbeitsplatz noch nie die Norm war und eine weitere Studie zeigt auf, dass Job-Hopper oft wertvoller für Unternehmen sind als gedacht.
Der eine Job fürs Leben?
Das war schon früher eher die Ausnahme als die Regel. Eine aktuelle Analyse administrativer Arbeitsmarktdaten des IAB zeigt darüber hinaus: Die Behauptung, Erwerbsbiografien würden immer instabiler, trifft so pauschal nicht zu. Schon ältere Generationen hatten selten nur einen Arbeitgeber. In der mittleren Erwerbsphase (35 bis 49 Jahre) der Jahrgänge 1957 bis 1974 weisen nur 38 % der Beschäftigten einen einzigen Arbeitgeber auf. Der Gesamtdurchschnitt liegt knapp unter drei Arbeitgebern, womit sich zeigt, dass auch für heutige Rentner:innen ein lebenslanger Arbeitsplatz nicht die Norm war.
Unterschiede zeigen sich vor allem zwischen Geschlechtern, Erwerbsphasen und Regionen. Männer weisen insgesamt eine höhere Anzahl an Arbeitgebern vor als Frauen, wobei ostdeutsche Männer die meisten Arbeitgeberwechsel vorweisen. Im Schnitt über alle Erwerbsphasen liegt ihre Arbeitgeberanzahl zwischen 2,2 und 3,2. Mit Blick auf die Zahl der Arbeitgeberwechsel in den jeweiligen Erwerbsphasen fällt zudem auf, dass Wechsel am häufigsten in der frühen Erwerbsphase geschehen und mit der Zeit klar abnehmen. Einen umfassenden Rückgang der Beschäftigungsstabilität über Altersgruppen hinweg belegen die Daten insgesamt nicht.
Andererseits sind Wechsel oft ein Gewinn. Laut einer neuen Studie der Rutgers University arbeiten sich sogenannte „Job-Hopper“ in neuen Positionen mehr als doppelt so schnell ein wie andere Neuzugänge und passen sich flexibler an neue Teams an. Mehrmals den Arbeitgeber zu wechseln, ist also weder eine Erfindung der jüngeren Generationen noch ein Makel im Lebenslauf.
Diese Themen haben uns außerdem interessiert:
Neue Prioritäten im Job: Höheres Gehalt ist nett, aber nicht alles. Wie die Studie “Arbeitgeber der Zukunft 2026/27” aufzeigt, legen junge Arbeitnehmer:innen heute deutlich mehr Wert auf Work-Life-Balance, Zusammenhalt im Team und Flexibilität als auf den maximalen Verdienst auf dem Gehaltszettel.
KI als Gehaltsbremse: Viele Unternehmen erwarten durch KI in den nächsten fünf Jahren sinkende Löhne. Das zeigt eine neue ifo-Umfrage und betrifft vor allem Geringqualifizierte und Berufseinsteiger:innen. Bei erfahrenen Fachkräften mit Hochschulabschluss sehen einige Betriebe durch den KI-Einsatz hingegen sogar Chancen auf Gehaltssteigerungen.
Vorsicht auf Social Media: Was in der Freizeit gepostet wird, ist grundsätzlich Privatsache. Kritisch wird es laut Handelsblatt jedoch bei einem Bezug zum Betrieb, sei es durch Fotos in Dienstkleidung oder veröffentlichte Interna. Dann drohen bei Rufschädigung arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Kündigung.
Dieser Text ist zuerst im wöchentlichen politjobs-Newsletter als Editorial erschienen. Wenn du diesen Newsletter mit den neuesten Jobs aus dem Politikbetrieb jeden Mittwoch direkt per Mail erhalten möchtest, kannst du ihn hier abonnieren.