
Phantom-Stellen und Schweigen statt Feedback: Warum erhalten so viele Bewerber keine Rückmeldung mehr? Wir blicken hinter das Phänomen der Ghost Jobs und warum der Frust am Arbeitsmarkt aktuell so groß ist.
Kein Feedback, kein Update, keine Rückmeldung.
Für viele Jobsuchende ist das im Bewerbungsprozess bittere Realität. Immer öfter kommt dabei der Verdacht auf, dass es sich bei den ausgeschriebenen Stellen um sogenannte Ghost Jobs (€) handelt. Doch wie viel Wahrheit steckt wirklich in dieser Wahrnehmung? Und was sind sogenannte Ghost Jobs eigentlich?
Ghost Jobs sind Anzeigen für Positionen, die gar nicht wirklich existieren oder nicht aktiv besetzt werden und sind laut einer Umfrage der Karriere-Webseite Resume Builder längst im unternehmerischen Mainstream angekommen. 40 % der befragten Manager in den USA gaben an, bereits eine Fake-Ausschreibung veröffentlicht zu haben. Die Gründe hierfür reichen vom Sammeln von Lebensläufen für spätere Zwecke, über den Eindruck vermitteln zu wollen, dass das Unternehmen wächst bis zur taktischen Kommunikation an die Mitarbeitenden, dass sie ersetzbar sind.
Auch wenn sich der Trend der Ghost Jobs bisher nicht gänzlich nach Europa übertragen hat, berichten doch über 60 % der Bewerber:innen in einer neuen Umfrage, dass sie im vergangenen Jahr keine Rückmeldung auf ihre Bewerbungen erhalten haben. Für fast 80 % hat dieses Ghosting seitens der Unternehmen zugenommen. Frust, der dem aktuellen Arbeitsmarkt nicht zugutekommt.
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Unternehmen sparen bei Weiterbildung: Die aktuelle Schwäche der deutschen Wirtschaft belastet die Zukunft - auch weil viele Unternehmen in der Krise sparen, statt in Innovationen zu investieren. Betroffen sind einer aktuellen Studie zufolge insbesondere Weiterbildungsbudgets. Auch beim Thema Wertschätzung und Feedback gibt es in Zeiten rasanten technologischen Wandels Nachholbedarf.
Keine Kündigung wegen KI: In China sollte ein Angestellter weniger Gehalt erhalten, nachdem eine KI seine Arbeit übernommen hat – dann wurde er entlassen. Das hat ein Gericht untersagt. Der Grund: KI sei keine zugelassene Begründung für eine Kündigung.
Job-Scamming: Immer häufiger geben sich Kriminelle als potenzielle Arbeitgeber aus, um an sensible Daten zu gelangen. Laut Verbraucherzentrale Niedersachsen sind zentrale Indizien zur Erkennung eines solchen Job-Scams u. a. der Kontakt über Messenger-Dienste, die Aufforderung zum senden persönlicher Daten sowie utopische Bewerbungs- und Jobkonditionen.
Dieser Text ist zuerst im wöchentlichen politjobs-Newsletter als Editorial erschienen. Wenn du diesen Newsletter mit den neuesten Jobs aus dem Politikbetrieb jeden Mittwoch direkt per Mail erhalten möchtest, kannst du ihn hier abonnieren.
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