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Wer zum Mindestlohn in Vollzeit arbeitet, hat deutlich mehr Geld als Menschen in Grundsicherung. Neue Daten zeigen, wie groß der Abstand ist.
Die Frage “Lohnt sich Arbeit noch?” ist zurück.
Kaum ein politischer Dauerbrenner wird so hitzig geführt wie der angebliche Stillstand beim Lohnabstand. Doch aktuelle Daten des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zeigen: Wer in Vollzeit zum Mindestlohn arbeitet, hat spürbar mehr in der Tasche als im reinen Bezug von Grundsicherung. Alleinstehende erzielen im Bundesdurchschnitt 623 € mehr pro Monat. Bei Alleinerziehenden mit einem Kind sind es inklusive Wohngeld und Kinderzuschlag 757 € mehr, bei einer vierköpfigen Alleinverdiener-Familie 749 €. Regionale Unterschiede hängen vor allem an den Wohnkosten. Da die Grundsicherung Mieten übernimmt, variiert das Plus für Alleinstehende zwischen 404 € in München und 755 € in Nordhausen.
Dass sich dieser Vorsprung auch im Alltagserleben niederschlägt, belegt eine Langzeitanalyse des DIW Berlin. Zwar stieg die relative Armutsquote seit 2002 auf 17 %, das persönliche Sicherheitsgefühl der Beschäftigten hat sich dank Lohnzuwächsen und Mindestlohn jedoch deutlich gefestigt. Zwischen 2002 und 2022 stiegen die Nettoeinkommen um 67 % (von 1.470 € auf 2.460 €), während das zum Leben als notwendig empfundene Budget lediglich um 39 % (von 1.190 € auf 1.660 €) zulegte. Folglich sank der Anteil der Menschen mit einer subjektiven Finanzlücke von 28,3 % auf 19,8 %. Bei arbeitslosen Sozialleistungsbeziehenden verharrt dieser Mangel dagegen seit zwei Jahrzehnten unverändert bei rund 74 %. Erwerbsarbeit schützt somit messbar vor gefühlter Not.
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Dieser Text ist zuerst im wöchentlichen politjobs-Newsletter als Editorial erschienen. Wenn du diesen Newsletter mit den neuesten Jobs aus dem Politikbetrieb jeden Mittwoch direkt per Mail erhalten möchtest, kannst du ihn hier abonnieren.