Hilf uns, deine Erfahrung zu verbessern, indem du unsere Cookies akzeptierst. Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung

Deutschlands Arbeitsdebatte dreht sich oft um Stunden statt um Strukturen. Die Forschung zeigt: Das eigentliche Problem liegt nicht in der Arbeitsbereitschaft, sondern in ihrer Verteilung.
Die Diskussion über Teil-, Vollzeit und die Arbeitsleistung in Deutschland gärt weiter. Doch was sagt eigentlich die Forschung dazu?
Eine Analyse der LMU München zeigt auf, dass das Problem weniger die Gesamtarbeitszeit als ihre ungleiche Gesamtverteilung ist. Während viele Beschäftigte – vor allem in Vollzeit – an ihrer Belastungsgrenze arbeiten, bleibt zugleich ein erhebliches Arbeitskräftepotenzial ungenutzt. Besonders deutlich wird dies bei Frauen, die häufiger in Teilzeit arbeiten, oftmals nicht unfreiwillig, sondern aufgrund fehlender Kinderbetreuung oder unflexibler Arbeitsmodelle.
Der Fokus ist also klar: Das Problem für die stagnierende Wirtschaft Deutschlands ist keinesfalls eine mangelnde Arbeitsbereitschaft, sondern strukturelle Hürden. Konkrete Lösungsansätze können eine bessere Verteilung von Arbeitszeit, mehr Flexibilität und passende Rahmenbedingungen sein. Maßnahmen die helfen würden, den Fachkräftemangel zu lindern und gleichzeitig die Belastung gerechter zu verteilen, mit einem zentralen Perspektivenwechsel hin zur Frage “Wie organisieren wir Arbeit sinnvoll?” statt “Wer arbeitet genug?”.
Der LMU-Beitrag blickt außerdem auf die Arbeitswelt in Japan und die Auswirkungen von KI auf Arbeit.
Diese Themen haben uns außerdem interessiert:
Kaum Frühlingsaufschwung des Arbeitsmarkts: Der März hat wie üblich für eine leichte Belebung des Arbeitsmarkts gesorgt - allerdings in deutlich abgeschwächter Form. Sorge bereitet Expert:innen dabei auch, dass sich die Auswirkungen des Iran-Kriegs erst in den kommenden Monaten zeigen dürften.
KI in der Arbeitswelt: Im AI Jobs Barometer 2025 hat PwC knapp eine Milliarde Stellenanzeigen ausgewertet und die Auswirkungen von KI auf die Arbeitsnachfrage und geforderte Qualifikationen untersucht. Die Erkenntnis: KI steigert die Produktivität von Mitarbeitenden und schafft wertvolle Impulse für Unternehmen.
Homeoffice als Nachwuchs-Booster: Paare im Homeoffice bekommen im Schnitt mehr Kinder. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Münchner ifo Instituts und der Universität Stanford. Ein entscheidender Faktor ist dabei die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Dieser Text ist zuerst im wöchentlichen politjobs-Newsletter als Editorial erschienen. Wenn du diesen Newsletter mit den neuesten Jobs aus dem Politikbetrieb jeden Mittwoch direkt per Mail erhalten möchtest, kannst du ihn hier abonnieren.