
Ein neuer IW-Bericht warnt vor einem gefährlichen Teufelskreis aus Überalterung, Abwanderung und wirtschaftlichem Abstieg.
Ohne Zuwanderung keine Zukunft?
Nach Jahrzehnten der Abwanderung und rapiden Alterung schrumpft die Erwerbsbevölkerung im Osten drastisch: Binnen 30 Jahren ist die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter um 23 % auf 7,74 Millionen eingebrochen, während sich der Anteil der Generation 67+ auf fast ein Viertel nahezu verdoppelt hat.
Doch während Migration im Wahlkampf für die bevorstehenden Landtagswahlen emotional und meist negativ debattiert wird, zeichnet ein Kurzbericht des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ein anderes Bild. Ohne Zuwanderung würde die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter im Osten bis 2045 um 22,4 % einbrechen (Bundesdurchschnitt: -17,4 %). In der Folge stünden nur noch 44,2 % der ostdeutschen Gesamtbevölkerung dem Arbeitsmarkt tatsächlich zur Verfügung. Den stärksten Rückgang erwarten dabei Mecklenburg-Vorpommern (-24,6 %) und Sachsen-Anhalt (-24,3 %), während Sachsen bei -19,1 % liegt.
Das IW warnt deshalb vor einem gefährlichen Teufelskreis: Eine migrationsfeindliche Politik oder verstärkte Abwanderung Jüngerer beschleunigt die Überalterung. Das verschlechtert die regionale Infrastruktur, senkt die Attraktivität für Fachkräfte weiter und hemmt neue Zuwanderung. Um diesen Kollaps abzuwenden, führe an einer gezielten Zuwanderungspolitik mit dem Ziel, die Erwerbsbevölkerung zu stabilisieren kaum ein Weg vorbei, wie die Autoren betonen.
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Dieser Text ist zuerst im wöchentlichen politjobs-Newsletter als Editorial erschienen. Wenn du diesen Newsletter mit den neuesten Jobs aus dem Politikbetrieb jeden Mittwoch direkt per Mail erhalten möchtest, kannst du ihn hier abonnieren.
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