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Aufschwung mit Nadelöhr und Lösung

Aufschwung mit Nadelöhr und Lösung

Die Wirtschaft wächst wieder, doch Fachkräfte fehlen. Warum Migration für Deutschlands Aufschwung entscheidend ist.

Die neuen Konjunkturdaten der Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2026 machen auf den ersten Blick Hoffnung: Nach mehrjähriger Schwächephase befindet sich die deutsche Wirtschaft seit Ende 2025 wieder im Aufschwung. Für dieses Jahr erwarten die Institute zwar ein BIP-Wachstum von 1,3 %, doch die Entwarnung trügt. So bleibt die Erholung ungewöhnlich schwach, nicht zuletzt aufgrund des demografiebedingt schrumpfenden Arbeitskräftepotenzials.

Eine wirksame Antwort auf dieses Nadelöhr liegt dabei längst auf dem Tisch. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes belegen, wie unverzichtbar Migration für den Arbeitsmarkt ist, denn gut ein Viertel (27 %) aller Beschäftigten hat einen Einwanderungshintergrund. In kritischen Engpassberufen halten sie das System bereits heute aufrecht, etwa in der Gastronomie (56 %), im Güterverkehr (41 %) oder in der Pflege (33 %).

Dabei zeigt die Langzeitperspektive, dass Arbeitsmarktintegration vor allem Zeit braucht. Während Menschen aus der EU dank der Freizügigkeitsregeln rasch Fuß fassen (89 % Erwerbsquote bei Männern unter fünf Jahren Aufenthalt), zeigt sich bei Drittstaatsangehörigen eine deutliche Dynamik im Laufe der Zeit: Bei längerem Aufenthalt (20 bis 25 Jahre) erreichen etwa Männer aus dem Nahen und Mittleren Osten eine Erwerbsquote von 87 % sowie Frauen von 79 % und schließen damit nahezu zum Gesamtdurchschnitt aller 25- bis 59-Jährigen auf (88 % bzw. 81 %). Vor dem Hintergrund jüngster Wahlergebnisse gerät dieser wesentliche Baustein der Fachkräftesicherung nun jedoch unter Druck. Mittelfristig droht dies den demografischen Engpass weiter zu verschärfen.

Diese Themen haben uns außerdem interessiert:

  • Jobmotor mit Handbremse: Der Ausbau erneuerbarer Energien könnte die Beschäftigung in Deutschland bis 2035 von 436.300 auf 706.100 Stellen steigern. Bremsen aktuelle Gesetzespläne bei Solar, Wind und Wärmepumpen jedoch den Ausbau, entstehen laut einer GWS-Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung knapp 187.000 Arbeitsplätze weniger.

  • “Schaffe, schaffe, Häusle baue”: Wie die aktuelle HDI-Berufestudie zeigt, arbeiten 59 % der Befragten mittlerweile nur noch oder hauptsächlich des Geldes wegen. Bei den 55- bis 64-Jährigen geben sogar fast zwei Drittel an, dass sie am liebsten sofort kündigen würden, wenn die finanziellen Mittel es erlauben.

  • Gehaltsvergleich: Ein Rechner der ZEIT (€) schlüsselt auf Basis aktueller Daten von Destatis und Bundesagentur für Arbeit auf, wie das eigene Einkommen im Vergleich nach Alter, Branche und Qualifikation abschneidet.

  • Neue Plattform für EU-Jobs: Die Europäische Kommission hat ihre Website EU Careers überarbeitet. Das Portal bündelt Stellenangebote von Praktika und befristeten Verträgen bis hin zu Festanstellungen über alle Fachbereiche hinweg.

Dieser Text ist zuerst im wöchentlichen politjobs-Newsletter als Editorial erschienen. Wenn du diesen Newsletter mit den neuesten Jobs aus dem Politikbetrieb jeden Mittwoch direkt per Mail erhalten möchtest, kannst du ihn hier abonnieren.

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