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Trotz EU-Richtlinie bleibt Lohntransparenz auf dem europäischen Arbeitsmarkt die Ausnahme. Welche Berufe besonders betroffen sind und warum sich Jobsuchende mit Blick auf das Gehalt wohl auch in näherer Zukunft "blind" bewerben müssen.
Gehaltstransparenz bleibt in Europa weiter Zukunftsmusik.
Drei Jahre nach Verabschiedung der EU-Richtlinie zur Lohntransparenz wird das Gehalt dem Indeed Gehaltstransparenz-Tracker zufolge in einem Großteil der europäischen Stellenanzeigen noch immer nicht erwähnt. Die entsprechende Frist zur Umsetzung nationaler Gesetzgebungen läuft im Juni aus - wie die meisten großen Mitgliedstaaten wird sie wohl auch Deutschland verpassen. Jobsuchende müssen sich in puncto Gehalt indes auch weiterhin “blind” bewerben.
Während die jeweilige Gehaltstransparenz dabei stark nach Beruf variiert, umfassen die transparentesten Berufsgruppen typischerweise niedriger bezahlte, standardisierte Tätigkeiten. Zudem werden Gehälter von Stundenlohnjobs häufiger exakt oder in engeren Vergütungsrahmen angegeben. Gleichzeitig bleiben Gehaltsspannen die Regel, genaue Zahlen die bestätigende Ausnahme.
Die Ursachen für die ausbleibende Transparenzsteigerung sehen Expert:innen neben dem Fehlen eines verbindlichen Rechtsrahmens auch in der sinkenden Nachfrage nach Arbeitskräften, durch die Arbeitgebende zusätzlich an Verhandlungsmacht gewännen. Diese würden so vermutlich auch in Zukunft zögern, ihre Stellenanzeigen aktiv zu ändern.
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Dieser Text ist zuerst im wöchentlichen politjobs-Newsletter als Editorial erschienen. Wenn du diesen Newsletter mit den neuesten Jobs aus dem Politikbetrieb jeden Mittwoch direkt per Mail erhalten möchtest, kannst du ihn hier abonnieren.