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Probieren geht über Studieren

Probieren geht über Studieren

Raus aus der Schule, rein ins Handwerk? Das ist die Idee des Freiwilligen HandwerksjahrPLUS, welches Teilnehmenden die Möglichkeit gibt, nach der Schule im Rahmen von bis zu vier Praktika, verschiedene handwerkliche Berufe kennenzulernen und ausprobieren.

Raus aus der Schule, rein ins Handwerk?

Unzählige Möglichkeiten, aber kein richtiger Plan - so geht es vielen Abiturient:innen. Berufliche Orientierung fehlt oft. Genau hier setzt die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld mit ihrem Projekt des Freiwilligen HandwerksjahrPLUS (FHJ+) an.

Die Idee: Teilnehmende können nach der Schule im Rahmen von bis zu vier Praktika à drei Monate ein Jahr lang verschiedene handwerkliche Berufe ausprobieren. Neben begleitenden Seminaren und Coachings gibt es dabei auch 450 Euro pro Monat. Ziel der Initiative ist es, jungen Menschen eine Alternative zu bieten und so neuen Nachwuchs für das Handwerk zu gewinnen. Denn der Bedarf ist groß: Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) schätzt den Fachkräftebedarf auf 200.000 zusätzliche Mitarbeiter:innen.

Inzwischen läuft das Projekt seit rund einem halben Jahr. Eine erste Zwischenbilanz zeigt: Rund 60 % der Teilnehmenden haben die Fachhochschulreife oder sind Abiturient:innen - Gruppen, unter denen handwerkliche und körperliche Tätigkeiten Umfragen zufolge bisher eher als unattraktiv gelten. Ob das FHJ+ nachhaltig wirkt und ob es in anderen Regionen Deutschlands dieselben Zielgruppen ansprechen würde, bleibt derweil offen. Klar ist jedoch auch: Das Projekt kann einen Anstoß für kreative Nachwuchsgewinnung sein.

Diese Themen haben uns außerdem interessiert:

  • Weniger ist mehr: Obwohl die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland sinkt, ist die Pro-Kopf-Arbeitszeit im ersten Quartal 2026 leicht gestiegen. Das zeigen (€) aktuelle Zahlen des Forschungsinstituts IAB. Während dabei vor allem in Teilzeit immer länger gearbeitet wird, sorgt auch der zurückgehende Krankenstand für ein stabiles Arbeitsvolumen.

  • Wochenarbeitszeit weltweit: Das brasilianische Parlament hat einer Reform zugestimmt, die die bisherige wöchentliche Arbeitszeit von 44 auf 40 Stunden reduzieren soll. Künftig sollen die rund 37 Millionen betroffenen Beschäftigten zudem zwei Tage am Stück frei haben. Anders sieht es dagegen im Nachbarland Argentinien aus: Hier könnten Arbeitstage bald bis zu 12 Stunden lang sein.

  • Arbeitstrend Voicepilling: In den USA diktieren immer mehr Mitarbeiter:innen ihren Computern ihre Gedanken, statt sie per Tastatur einzugeben. Obwohl  dieses sogenannte “Voicepilling” durchaus zu einer Produktivitätssteigerung führen kann, hat der Trend auch Schwächen - etwa fehleranfällige KI-Tools oder mangelnde Kohärenz des Diktierten. Auch der erhöhte Geräuschpegel kann dabei nicht nur im Büro zu Spannungen führen.

Dieser Text ist zuerst im wöchentlichen politjobs-Newsletter als Editorial erschienen. Wenn du diesen Newsletter mit den neuesten Jobs aus dem Politikbetrieb jeden Mittwoch direkt per Mail erhalten möchtest, kannst du ihn hier abonnieren.

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