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Vor und nach dem 8. März: Die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt ist immer relevant.
Während Unternehmen händeringend nach Personal suchen, bleiben in Deutschland rechnerisch 175.000 Vollzeitstellen unbesetzt – und zwar allein deshalb, weil sich Mehrarbeit für viele Frauen steuerlich nicht rechnet. Laut einer aktuellen Untersuchung des DIW und der Bertelsmann Stiftung ist es oft das Ehegattensplitting, das verheiratete Frauen in der Teilzeit hält: Vom zusätzlichen Bruttolohn bleibt nach Abzug der Steuern so wenig Netto übrig, dass eine Aufstockung der Stunden finanziell kaum einen Unterschied macht.
Expert:innen bringen als Lösungsansatz das sogenannte „Realsplitting“ ins Spiel, um die Aufnahme einer Vollzeitbeschäftigung attraktiver zu gestalten. Es geht dabei nicht nur um Steuergerechtigkeit, sondern um die Frage, wie der Arbeitsmarkt 2026 sein Potenzial voll ausschöpfen kann.
Verschärft wird die Situation durch den Mental Load, die unsichtbare Organisationsarbeit hinter dem Familienalltag. Sie wird oft als Hauptgrund angeführt, warum eine Vollzeitstelle trotz hoher Qualifikation organisatorisch kaum realisierbar scheint. Dass Initiativen rund um den internationalen Frauentag nun verstärkt zu Aktionen und Streiks rund um den 8. März aufriefen, verdeutlicht die Forderung, diese unbezahlte Arbeit sichtbar zu machen und die Rahmenbedingungen für eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt grundlegend neu zu bewerten.
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Lohnkluft Ost-West: Auch 35 Jahre nach der Einheit bleibt das Einkommen oft eine Frage der Region. Aktuelle Daten belegen, dass das Lohngefälle zwischen Ost- und Westdeutschland insbesondere in Führungspositionen weiterhin eine statistische Realität ist.
Handwerk vs. Hörsaal: Ein Studium ist statistisch gesehen nicht der einzige Weg zu einem hohen Einkommen. Ein Vergleich der Lebensarbeitsverdienste zeigt, dass Meister:innen und Techniker:innen im Handwerk über ihr gesamtes Berufsleben oft genauso viel verdienen wie Akademiker:innen.
Riesige Fachkräftelücke in Berlin: Bis 2035 müssen in der Hauptstadt rund 560.000 Arbeitsplätze neu besetzt werden, das entspricht etwa einem Viertel aller Erwerbstätigen. Als Hauptgründe nennt der Senat den demografischen Wandel sowie die Digitalisierung.
Dieser Text ist zuerst im wöchentlichen politjobs-Newsletter als Editorial erschienen. Wenn du diesen Newsletter mit den neuesten Jobs aus dem Politikbetrieb jeden Mittwoch direkt per Mail erhalten möchtest, kannst du ihn hier abonnieren.