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Historie der Streiks und warum sie Fortschritt bringen

Historie der Streiks und warum sie Fortschritt bringen

Was heutige Streiks mit unseren wichtigsten Arbeitsrechten zu tun haben.

Der nächste Warnstreik steht an: Am kommenden Freitag und Samstag stehen Busse und Bahnen in fast allen Bundesländern still. Was für die Gewerkschaft ver.di eine Maßnahme für mehr Druck in den laufenden Tarifverhandlungen ist, ist für viele Berufstätige Grund für Frust.  

Der Blick in die Historie zeigt: Frust verursachten Streiks oftmals, doch prägten sie auch das Fundament vieler Arbeitsrechte, wie wir sie heute kennen. So ist es Metallarbeitern aus Schleswig-Holstein zu verdanken, die mit ihrem 114-tägigen Streik 1956/57 die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erstritten. Die Tatsache, im Krankheitsfall das Bett hüten zu können, eine Gleichstellung der Arbeiter mit Angestellten und die Einführung von Urlaubsgeld ist somit erst seit wenigen Generationen Realität.  

Ähnlich verhält es sich mit der Fünf-Tage-Woche: Beginnend mit dem Slogan “Samstags gehört Vati mir” wurde über Jahrzehnte hinweg schrittweise eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit durchgesetzt. Zwar nicht über Jahrzehnte, aber über die Dauer von zwei Jahren gibt es Erkenntnisse aus einem ersten deutschen Pilotprojekt zur 4-Tage-Woche. Es zeigt sich: 74 % der beteiligten Unternehmen berichten von gestiegener Innovationskraft und Kreativität, aber zur Wahrheit gehört auch, dass ein knappes Drittel der Unternehmen das Projekt frühzeitig aufgab.

Diese Themen haben uns außerdem interessiert:

  • KI-Fluency: Ein gemeinsamer Report von Google und Ipsos untersucht die Verbreitung von KI-Fachkenntnissen (“AI Fluency”). Laut den Daten verfügen aktuell lediglich 5 % der Beschäftigten über diese Kompetenzen, welche immer mehr zum Wettbewerbsvorteil am Arbeitsmarkt werden. Es zeigt sich, dass die Wahrscheinlichkeit für Beförderungen bei KI-affinen Arbeitnehmern um das 3,7-Fache und bei Gehaltserhöhungen um das 2,4-Fache erhöht ist.

  • Krise der deutschen Industrie: Laut einer Analyse der Beratungsgesellschaft EY hat die deutsche Industrie im Jahr 2025 rund 124.000 Stellen abgebaut, was einem Rückgang von 2,3 % entspricht. Besonders betroffen ist die Automobilbranche mit einem Verlust von 50.000 Arbeitsplätzen, während die Bereiche Chemie und Pharma stabil blieben.  

  • Arbeitsmarkt weltweit: Trotz massiver Generalstreiks hat Argentiniens Abgeordnetenhaus eine umstrittene Arbeitsmarktreform verabschiedet. Das Paket sieht Arbeitszeiten von bis zu zwölf Stunden, einen gelockerten Kündigungsschutz und Einschränkungen des Streikrechts vor. Während die Regierung auf Investitionen durch Deregulierung setzt, warnen Kritiker vor einer massiven Schwächung von Arbeitnehmerrechten.

Dieser Text ist zuerst im wöchentlichen politjobs-Newsletter als Editorial erschienen. Wenn du diesen Newsletter mit den neuesten Jobs aus dem Politikbetrieb jeden Mittwoch direkt per Mail erhalten möchtest, kannst du ihn hier abonnieren.

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