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Ist Deutschland wirklich arbeitsscheu geworden? Die Teilzeitquote erreicht ein Allzeithoch – doch ein Blick auf die Fakten zeigt: Nicht der Wille zur Leistung fehlt, sondern oft die passende Infrastruktur.
Die Debatte rund um die “Lifestyle-Teilzeit” war Anfang des Jahres kaum zu überhören und beschäftigt die Arbeitsmarktforschung weiterhin. Nun hat die Teilzeitquote in Deutschland erstmals die 40 %-Marke geknackt, wie Daten des IAB zeigen. Doch anders als manch politische Rhetorik suggeriert, ist die Ursache kaum an schwindender Arbeitsmoral festzumachen. Den Zuwachs voran treibt vor allem der Beschäftigungsaufbau in sozialen und medizinischen Dienstleistungen, Sektoren, die strukturell seit jeher teilzeitintensiv sind.
Auch im öffentlichen Dienst ist der Teilzeitanteil hoch. Laut einer neuen IW-Studie schlummert dort zwar theoretisch ein Potenzial von bis zu 634.000 Vollzeitstellen, doch dieses bleibt primär aufgrund von Infrastrukturproblemen ungenutzt. Vor allem in Westdeutschland scheitert der Wunsch nach Mehrarbeit oft an lückenhafter Kinderbetreuung, während dieses Angebot im Osten traditionell besser ausgebaut ist und dort eine höhere Vollzeiterwerbsquote, vor allem unter Frauen, ermöglicht.
Das die Bereitschaft zur Leistung da ist, belegt auch eine aktuelle Indeed-Umfrage. Demnach leisten bereits 73 % der Beschäftigten heute mehr Stunden als vereinbart und über die Hälfte wäre sogar zu weiteren Überstunden bereit. Dass steht den pauschalen Faulheitsvorwürfen aus der Politik klar entgegen.
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Lohnbremse trifft Personalnot: Das Indeed Chartbook für August 2026 signalisiert eine Normalisierung am EU-Arbeitsmarkt, wonach das Lohnwachstum sich abschwächt und die Nachfrage nach Arbeitskräften leicht sinkt. Bei weiterhin historisch niedriger Arbeitslosigkeit bleibt der Personalmangel für Unternehmen dennoch die drängendste Hürde.
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Gesucht: Politische Talente: Die neue Bewerbungsphase für das Talentprogramm von JoinPolitics ist gestartet! Bis zum 14. November werden Talente mit konkreten politischen Vorhaben gesucht, die den Weg in die Politik machen wollen. Die Kriterien, das Förderangebot und die Übersicht der nächsten Sprechstundentermine gibt es hier.
Dieser Text ist zuerst im wöchentlichen politjobs-Newsletter als Editorial erschienen. Wenn du diesen Newsletter mit den neuesten Jobs aus dem Politikbetrieb jeden Mittwoch direkt per Mail erhalten möchtest, kannst du ihn hier abonnieren.